Christian Jänsch

Doktorand I Wissenschaftlicher Mitarbeiter

Von März 2017 bis Juni 2019 war Christian Jänsch wissenschaftlicher Mitarbeiter und Doktorand am Graduiertenkolleg „Die DDR und die europäischen Diktaturen nach 1945“. In seiner Masterarbeit befasste er sich grundlegend mit der (Nach-)Geschichte des Frauen-Außenlagers Penig („Außenkommando Penig“) des KZ Buchenwald. Christian Jänsch studierte von 2013 bis 2016 „Geschichte und Politik des 20. Jahrhunderts“ an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. In dieser Zeit war er wissenschaftliche Hilfskraft am Imre Kertész Kolleg Jena sowie freier Mitarbeiter der Gedenkstätte Buchenwald in Weimar.

Nach der „Euthanasie“: Behindertenpolitik und Konstruktionen von „Behinderung“ in der SBZ und DDR 1945–1965

Ausgangspunkt des Projekts sind Fragen aus dem Bereich der Disability History, wie die – postgenozidale – Gesellschaft der DDR mit vermeintlich „behinderten“ Menschen umging, welchen (auferlegten) Stellenwert diese Menschen in einem selbsternannten Sozialismus hatten und was das letztlich für die Lebenswelt derjenigen, die von verschiedenen Seiten gemeinhin als „behindert“ oder „versehrt“ kategorisiert wurden, bedeutete. Damit untrennbar verbunden sind kritische Fragen nach dem Gesundheitssystem dieses totalitären Staats als Nachgeschichte des Nationalsozialismus sowie Fragen nach den Möglichkeiten zur Selbstbestimmung von Menschen, die auf gezielte individuelle Hilfe oder Unterstützung angewiesen waren. Ein interdisziplinärer Ansatz aus geschichts- und sozialwissenschaftlicher Sicht ermöglicht nicht allein, den „klinischen Blick“ (Michel Foucault) und das „historische Gewordensein von Behinderungskonstruktionen“ (Anne Klein) auch im deutsch-deutschen Verhältnis in den Blick zu nehmen, sondern bietet auch die Chance, medizinisch-therapeutische Fortschritte und staatliche Reformen, die häufig als Indikator für ein vermeintlich verbessertes System angesehen wurden, auf ihre gesellschaftlichen Auswirkungen zu beurteilen.

Aufsätze

Christian Jänsch/Alexander Walther, Kulmhof/Chelmno nad Nerem, in: Jörg Ganzenmüller/Raphael Utz (Hg.), Orte der Shoah in Polen. Gedenkstätten zwischen Mahnmal und Museum, Köln/Weimar/Wien 2016 (= Schriften der Stiftung Ettersberg, Bd. 22), S. 67-98.

Christian Jänsch/Alexander Walther, Zur Würde von Menschen an Orten nationalsozialistischer Massenverbrechen, in: Jörg Ganzenmüller/Raphael Utz (Hg.), Orte der Shoah in Polen. Gedenkstätten zwischen Mahnmal und Museum, Köln/Weimar/Wien 2016 (= Schriften der Stiftung Ettersberg, Bd. 22), S. 329-347.

Beiträge in der Tagespresse

Christian Jänsch, Zwangsarbeit in der Nachbarschaft, in: Freie Presse Chemnitz (Lokalteil Rochlitz) vom 5. August 2017, S. 13.

Christian Jänsch, Der Tag der Befreiung, in: Freie Presse Chemnitz (Lokalteil Rochlitz) vom 12. August 2017, S. 15.

Christian Jänsch, Täter nicht zur Verantwortung gezogen, in: Freie Presse Chemnitz (Lokalteil Rochlitz) vom 19. August 2017, S. 13.